Wunder Vinschgauer Sonnenberg
Die Südhänge des Vinschgaus zwischen Naturns und Mals bieten ein charakteristisches Landschaftsbild, die so genannten LEITEN. So bezeichnet man den 500 bis 700 Meter breiten und etwa 40 Kilometer langen fast waldfreien Streifen.
Der Vinschgauer Sonnenberg ist ein uraltes Siedlungsgebiet, zahlreiche Funde und Ausgrabungen aus der jüngeren Stein- und Bronzezeit bestätigen ein Siedlungsalter von mindestens 4.000 Jahren. Am Hangfuß des Sonnenberges verlief eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für die Römer, die Via Claudia Augusta.
Die ursprüngliche Waldlandschaft ist durch Rodung und übermäßige Beweidung verschwunden, dies hat durch die kontinentalen Klimabildungen und durch die flachgründigen Böden zu dem heutigen kargen Steppengrasgürtel geführt.
Die Leiten erscheinen nur auf den ersten Blick kahl und abweisend. Ihre ausgeprägte Steppenvegetation ist für den zentralalpinen Raum eine floristische Besonderheit und die pflanzliche Mannigfaltigkeit bietet einer ebenso großen Vielfalt an Kleintieren, besonders Insekten und Vögeln Lebensraum.
Die Bedeutung des Vinschgauer Steppenrasene liegt vor allem in den zentralasiatisch verbreiteten Arten. Viele der Pflanzen und Tiere kommen nämlich außer hier im Vinschgau erst wieder weiter östlich oder südlich vor.